Einführung des Systems „Mobile Retter“

Heidelberg, 02.05.2023

Einführung des Systems „Mobile Retter“

Der Gemeinderat möge beschließen: 

  1. Die Stadt Heidelberg ermittelt die Anwendungsmöglichkeiten der „Mobile Retter-App“ bzw. vergleichbarer Systeme und ermittelt, welche Apps/ technischen Systeme im Verbandsgebiet bereits im Einsatz sind. Dies in enger Absprache mit der Verbandsverwaltung Region Rhein-Neckar.
  2. Bei der Prüfung wird der Sachverstand der Rettungsdienste einbezogen.
  3. Die Stadt Heidelberg nimmt an einer Infoveranstaltung, die die Verbandsverwaltung für die 15 Stadt- und Landkreise organisiert, teil.

 Begründung:

In einer Reihe von Stadt- und Landkreisen in der Metropolregion Rhein-Neckar wurde das Unterstützungssystem der „Mobilen Retter“ im Bereich der Rettungsdienste installiert. Dabei werden freiwillige Ersthelfer, die sich zufällig in räumlicher Nähe zu einem Notfallpatienten befinden, zeitgleich mit dem regulären Rettungsdienst über eine spezielle Smartphone-App alarmiert und zum Einsatzort geleitet. Auf diesem Prinzip basierende Projekte tragen z.T. unterschiedliche Namen, auch gibt es verschiedene Anbieter der Alarmierungsapp mit unterschiedlichen Namen.

Zu den Landkreisen, die das System mit der Mobile Retter-App eingeführt haben, zählt der Landkreis Südliche Weinstraße (SÜW), dessen Projekt exemplarisch beschrieben wird:

Im Landkreis SÜW sind inzwischen über 500 Mobile Retter ausgebildet und im System registriert. Diese werden jährlich zu mehreren hundert Einsätzen alarmiert.

 

Das Projekt wird seitens Landkreis SÜW über einen ehrenamtlichen Projektleiter betreut, der eine monatliche Aufwandsentschädigung erhält. Er wird von einem ärztlichen Fachberater und der Verwaltung unterstützt.

Zu Beginn wurden mehrere Mentoren ausgebildet, die eigenständig Ausbildungen für die Mobilen Retter durchführen. Die geschulten Mobilen Retter werden im Verwaltungsprogramm als ehrenamtliche Katastrophenschutz-Helfer geführt. Sie erhalten für Einsätze keine Aufwandsentschädigung, jedoch werden natürlich Kosten wie Reinigung verschmutzter Privatkleidung o.ä. übernommen.

Ausgestattet sind die Mobilen Retter mit einer Beatmungshilfe, Erste-Hilfe-Handschuhen und einer beschrifteten Warnweste zur Kenntlichmachung an der Einsatzstelle und FFP2-Masken. Probleme in der Zusammenarbeit mit dem Regelrettungsdienst sind nicht bekannt.

Die Kosten belaufen sich auf eine jährliche Pauschale in Höhe von 2,5 Cent pro Einwohner, im ersten Jahr 5 Cent pro Einwohner. Hinzu kommen jährlich rund 13.000 € Lizenzkosten für das dem System zugrunde liegende Alarmierungsprogramm. In Summe entstehen dem Landkreis somit jährliche Kosten in Höhe von etwa 16.000 €.

Aus Sicht der CDU-Fraktion ergibt die Überlegung Sinn, das Unterstützungssystem flächendeckend im Verbandsgebiet einzuführen. Es kann in unzähligen Notfällen die Einsatzzeit für eine Ersthilfe verkürzen und in vielen Fällen tatsächlich Leben „retten“. Es ist überwiegend ehrenamtlich basiert und verursacht vergleichsweise geringe Kosten. – Der Verband Region Rhein-Neckar sollte dazu eine koordinierende und steuernde Funktion übernehmen.

Die notwendigen Unterschriften sind beigefügt. 

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