Liebe Heidelbergerinnen, liebe Heidelberger,

die Terroranschläge von Paris haben uns im Januar tief erschüttert. Bei einer spontanen Mahnwache auf dem Bismarckplatz haben wir parteiübergreifend den Opfern dieses feigen Terroranschlags gedacht. Wir haben wie viele Menschen weltweit gezeigt, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Nicht nur, aber gerade in solchen Situationen müssen wir für unsere offene Gesellschaft, für Freiheit und für unsere europäischen Werte eintreten. Und wir sollten bei der Aufarbeitung dieser schrecklichen Tat klar differenzieren zwischen dem Islam und Islamismus. Unsere muslimischen Mitbürger in Heidelberg und andernorts dürfen nicht unter Generalverdacht für die Tat einzelner Terroristen gestellt werden. Gerade jetzt ist es wichtig, den interreligiösen und interkulturellen Dialog zu suchen und gemeinsam klar zu demonstrieren, dass Hass und Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. So wichtig diese Botschaften sind, so wichtig ist auch die konkrete politische Debatte darüber, wie Integration in Heidelberg, Deutschland und Europa bestmöglich gelingen kann. Mich hat es sehr gefreut, dass sich in den letzten Wochen so viele Bürger unserer Stadt Gedanken gemacht und darüber diskutiert haben, sei es bei den beiden Nogida-Kundgebungen oder auch bei diversen Diskussionsveranstaltungen. Es ist auch mit Blick nach Sachsen wichtig, dass diese Debatten ehrlich und sachlich geführt werden, denn es geht um nicht weniger als um die Zukunft unseres Zusammmenlebens. Wie sehr hier Gefühlswahrnehmung und Fakten auseinander liegen, zeigen die Migrationsberichte der Bundesregierung. 2013 kamen mit 76,8 Prozent die meisten Einwanderer aus der EU und haben keine muslimische Prägung. Interessant ist auch diese Entwicklung: mehr Menschen verlassen Deutschland in Richtung der Türkei als anders herum. Diese Fakten gehören genauso zur Wahrheit dazu wie die Tatsache, dass die Aufnahme von Flüchtlingen nicht immer ganz reibungslos funktioniert. Derzeit wird man in Kirchheim auf verschiedene Probleme und Sorgen im Zusammenhang mit dem Thema „Flüchtlingsunterkunft PHV“ angesprochen. Diese Sorgen nehmen wir als CDU-Fraktion sehr ernst. Mein Stadtratskollege Werner Pfisterer hat sich deshalb umgehend an den Oberbürgermeister gewandt und um Aufklärung gebeten. Außerdem bringen wir zu diesem Thema einen Antrag in den Gemeinderat ein, um größtmögliche Transparenz herzustellen. Heidelberg ist eine weltoffene Stadt mit großer Hilfsbereitschaft. Wir wollen, dass das so bleibt.

Ihr Stadtrat Matthias Kutsch

Tel. 06221 163972

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Gelesen 3022 mal Letzte Änderung am 04.02.2015

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