ISIS- IS= Islamischer Staat

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Der vorletzte Freitag in Paris brachte uns plötzlich und mit aller Deutlichkeit, via Fernsehen, den Terror  in unsere Wohnungen und Häuser.
Dieser Überfall, ausgeübt von jungen Menschen, soll dazu dienen, Angst und Schrecken zu verbreiten und unsere, in ihren Augen dekadente Welt, zu zerstören.
Wofür steht  IS, also der sogenannte islamische Staat?
Er steht für und symbolisiert den exklusiven Anspruch der Organisation, alle Muslime dieser Welt zu vertreten und in einem Staat zu vereinigen.
Der Anführer der Gruppe, Abu Bakr al- Baghdadih erklärte sich am 29. Juni 2014 zum „Anführer der Gläubigen“ und zum Kalif. 
Er sieht sich als berechtigter Nachfolger Muhammads und erwartet, dass alle Muslime ihm Gefolgschaft leisten und einen Treueeid schwören. Nach dieser Ideologie sind alle, also auch Muslime, die diesen Eid nicht ablegen, Ungläubige und dürfen ermordet werden. Natürlich gehören auch alle anderen Konfessionen dazu.

Mit großer Brutalität und enormen militärischen Erfolgen haben diese selbsternannten Gotteskrieger für Aufsehen und Furcht vor Anschlägen gesorgt.
Schätzungsweise 3.000 Europäer kämpfen in ihren Reihen. Weltweit gibt es etwa 1.5 Milliarden Muslime, dem IS werden zwischen 12.000 und 50.000 Mitglieder allein in Syrien zugeschrieben.
Bei den ranghöchsten islamischen Gelehrten stieß die Ausrufung des Kalifats, die Brutalität und die Verfolgung von Minderheiten auf heftigen Widerstand und wurde kollektiv abgelehnt. Jürgen Todenhöfer, ein Publizist, Jurist und ehemaliger Bundestagsabgeordneter, hat verschiedene Kriegsgebiete bereist unter anderem Afghanistan, den Irak und auch, mit Genehmigung des Kalifen, den „Islamischen Staat“. 
Als ein exzellenter Kenner des Koran stellt er fest, dass der ausgeübte Terror mit dem Islam so wenig zu tun hat wie eine Vergewaltigung mit Liebe. Daher sind diese Leute auch keine „Gotteskrieger“, zumal dieser Begriff aus der Zeit der Kreuzzüge stammt und „christlich“ ist. Im Koran ist auf keiner Seite diese Brutalität zu finden. Der Kerngedanke des Islam ist vielmehr Gerechtigkeit, Gleichheit und Barmherzigkeit.
113 von 114 Suren des Koran beginnen mit dem Satz:“ Im Namen Allahs, des Allerbarmers des Barmherzigen“
Es gibt im Koran auch keinen Zwang in Glaubensfragen, Toleranz war über Jahrhunderte eine der meist gerühmten Tugenden der islamischen Herrscher.
Die derzeitige Organisation ist vergleichbar mit den Horten von Dschingis Khan und Pol Pot.

Die CDU- Fraktion und die CDU- Heidelberg verurteilt den unmenschlichen Anschlag in Paris auf das Schärfste. Unsere Gefühle und Gedanken sind bei den Hinterbliebenen.

Ihr Martin Ehrbar, Stadtrat

Gelesen 3122 mal Letzte Änderung am 03.12.2015

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