Ausbau Neuenheimer Feld

Im Zuge der Diskussion um den Masterplan Neuenheimer Feld scheint einmal mehr die Stunde der Bedenkenträger und Gegner einer Weiterentwicklung des Feldes geschlagen zu haben. Der Gegenwind, dem sich das Universitätsklinikum mit seinen Plänen ausgesetzt sieht, ist wieder einmal heftig und aus meiner Sicht völlig unverhältnismäßig. Das Universitätsklinikum Heidelberg zählt zu den besten und renommiertesten Kliniken Deutschlands. Es ist nicht nur hervorragend aufgestellt und hat einen weltweit einmaligen Ruf, sondern verbessert auch ganz konkret die Versorgung der Heidelberger Bürger. Dies gilt sowohl quantitativ als auch qualitativ. Kaum irgendwo sonst genießen so wenige Bürger eine so gute Versorgung. Für die Stadt bedeutet dies außerdem, dass wir die Kosten für ein kommunales Krankenhaus einsparen und das Geld anderweitig investieren können: in Schulen, Straßen und Kindergärten.

Auch gehen die Argumente der Ausbaugegner an der Sache vorbei, da sie suggerieren, mit einer bloßen Nachverdichtung und Auslagerung sei den Bedürfnissen des Klinikums Genüge getan. Beides steht in schroffem Gegensatz zu den Äußerungen von Klinikleitung und Mitarbeitern. Diese arbeiten an der Kapazitätsgrenze, brauchen für eine Weiterentwicklung von Forschungs- und Behandlungskapazitäten zusätzlichen Raum. Eine Auslagerung – etwa auf die Konversionsflächen – ist nicht ohne Weiteres oder gar nicht machbar, da dies die in sich geschlossene Infrastruktur des Feldes nicht erlaubt, ohne dass ein Lieferverkehr von gigantischem Ausmaß anfiele. Die Kliniken sind über ein unterirdisches Tunnelsystem miteinander verbunden. Würde man einzelne Teile nun auf die Konversionsflächen auslagern, würde das die Versorgung der Kliniken erheblich verschlechtern und zugleich den schon bestehenden Verkehrsinfarkt auf die ganze Stadt erstrecken. Im Gegenteil muss es beim Thema Verkehr und Anbindung ebenfalls zu einer nachhaltigen Verbesserung kommen. Es ist für Mitarbeiter, Patienten und Studierende eine Zumutung, tagtäglich einem beispiellosen Verkehrschaos ausgesetzt zu sein.

Ich würde mir daher wünschen, dass wir die Rolle, die das Universitätsklinikum für Heidelberg spielt, noch mehr zu schätzen wissen und uns als Heidelberger hinter die Uniklinik stellen. Die Ausbaugegner sollten sich offen bekennen, damit man ihnen mit sachlichen Argumenten entgegentreten kann. Es handelt sich hier schließlich nicht um einen Nachbarschaftskonflikt, sondern um ein Thema, das die ganze Stadt betrifft!

Ihr Stadtrat
Otto Wickenhäuser

Gelesen 53 mal Letzte Änderung am 19.07.2018
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